Agroscope führte von 2014 bis 2016 Sortenversuche mit Englischem Raigras (Lolium perenne) durch. Bewertet wurden Ertrag, Güte des Bestandes, Jugendentwicklung, Konkurrenzkraft, Ausdauer, Resistenz gegen Blattkrankheiten und Bakterienwelke, Toleranz gegenüber Wintereinflüssen, Verdaulichkeit des Futters (VOS) sowie Anbaueignung für höhere Lagen. Bei der Beurteilung wurde erstmalig die Ploidie berücksichtigt. Sechs Neuzüchtungen stachen hervor: Die frühe diploide Neuzüchtung LP 0725 überzeugte hinsichtlich Ertrag, Konkurrenzkraft und VOS. Bei Artonis (früh, tetraploid) kam die Anbaueignung für höhere Lagen hinzu. Praetorian (spät, diploid) fiel durch ihren Ertrag und die Resistenz gegen Blattkrankheiten auf. Bei LP 0765 (spät, diploid) sind es die Güte, die Jugendentwicklung und die Anbaueignung für höhere Lagen. Die Neuzüchtungen LP 0886 und Soronia (beide spät, tetraploid) glänzten in Ertrag, Güte, Jugendentwicklung und Anbaueignung für höhere Lagen. Bei LP 0886 ist zusätzlich die Ausdauer zu erwähnen. Artonis, Praetorian und Soronia können sofort empfohlen werden, LP 0725, LP 0765 und LP 0886 erst nach Bestehen der im Ausland durchgeführten Prüfung auf Unterscheidbarkeit, Homogenität und Stabilität der Merkmale. Die bis anhin empfohlenen Sorten Lacerta, Dexter 1, Elgon, Calibra und Barnauta werden aufgrund ihrer Ergebnisse nur noch bis Ende 2019 empfohlen.
Schlagwort: Lolium perenne
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Sechs neue Sorten von Englischem Raigras aus Schweizer Züchtung
Aus dem Zuchtprogramm von Agroscope wurden 2013 sechs neue tetraploide Sorten von frühreifem (Arcturus, Algira und Salmo) und spätreifem (Allodia, Vidalia und Soraya) Englischem Raigras (Lolium perenne L.) in die Schweizer Liste der empfohlenen Sorten für Futterpflanzen aufgenommen. Die Abstammung der drei frühen Sorten geht direkt auf diploides Schweizer Ökotypenmaterial zurück, das in den 1990er-Jahren in den tetraploiden Zustand überführt wurde. Für die Entwicklung der späten Sorten wurde das neue, tetraploide Ökotypenmaterial noch zusätzlich mit spätreifen tetraploiden Sorten gekreuzt. Im Vergleich zu den Standardsorten zeigten die Neuzüchtungen eine teils signifikante Steigerung in der Anfangsentwicklung und im Ertragsniveau, wobei im späten Sortiment zudem die Verdaulichkeit und die Resistenz gegenüber Kronenrost (Puccinia coronata f. sp. lolii) und Blattfleckenkrankheiten (Drechslera spp.) gesteigert werden konnte. Es zeigte sich, dass die Strategie, diploides Material bis zur potenziellen Sortenreife zu züchten und dann in den tetraploiden Zustand zu überführen, ein vielversprechender Weg ist, rasch neuetetraploide Sorten zu entwickeln.
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Englisches Raigras: 62 Sorten mussten sich bewähren
In den Jahren 2009 bis 2011 prüften die Forschungsanstalten Agroscope Reckenholz- Tänikon ART und Agroscope Changins-Wädenswil ACW 62 Sorten von Englischem Raigras, davon 45 Neuzüchtungen. Erfasst wurden Ertrag, Güte des Bestandes, Jugendentwicklung, Konkurrenzkraft, Ausdauer, Toleranz gegenüber Wintereinflüssen, Resistenz gegen Blattkrankheiten und Bakterienwelke, Verdaulichkeit der organischen Substanz sowie Anbaueignung für höhere Lagen. Von den frühen bis mittelfrühen Sorten erzielten Algira, Arcturus und Salmo Ergebnisse, die eine Aufnahme in die «Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen» erlauben. Wegen nicht abgeschlossener Zulassungsverfahren sind Empfehlung und Handel dieser drei Sorten vorerst unmöglich. Die bis anhin empfohlenen Sorten Arvella, Lipresso und Cavia werden aufgrund der Ergebnisse aus der Liste gestrichen. Bei den mittelspäten bis späten Sorten werden Soraya, Mercedes, Trivos und Dexter 1 neu empfohlen. Auch die Neuzüchtungen Allodia und Vidalia erzielten für eine Empfehlung genügende Ergebnisse. Diese ist wegen hängiger Zulassungsverfahren vorerst unmöglich, ebensowenig der Handel dieser Sorten. Die bisher auf der Liste geführte Sorte Premium genügt den Anforderungen für eine Empfehlung nicht mehr.
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Wiesenhaltung durch gezielte Gräserversamung
Vier intensiv bewirtschaftete Naturwiesen wurden während mehreren Jahren gezielt zum Versamen gebracht oder im Stadium Rispenschieben geschnitten, was das Versamen der Futtergräser verhinderte. Diese Versuchsreihe zeigte, dass Knaulgras- und Wiesenfuchsschwanz-Wiesen, die stets im Stadium Rispenschieben geschnitten werden, langfristig eine Bestandesverschlechterung erfahren. Dank der Versamung konnten die Populationen an Knaulgras, ein typisches Horstgras, und an Wiesenfuchsschwanz erhalten oder gefördert werden. Hingegen verloren die rasenbildenden Gräser Englisches Raigras und Wiesenrispengras in den Versamungsparzellen Bestandesanteile. Mit dem Ziel, eine Versamung bei möglichst hohem Anteil qualitativ gutem Futter im Jahresertrag zu erzielen, wurden vor dem Versamungsaufwuchs unterschiedlich frühe erste Nutzungen durchgeführt. Dabei schnitt die vorgezogene Nutzung im frühen Weidestadium am besten ab. Sie ermöglichte eine genügende Samenbildung im Folgeaufwuchs bei einem geringeren Anteil an minderwertigem Futter als in den anderen Versamungsverfahren. Aus dieser Versuchsreihe schliessen wir, dass ein Versamungsaufwuchs jedes zweite bis vierte Jahr hilft, gute Wiesenbestände mit einem hohen Anteil horstbildender Gräser zu erhalten, dass aber von Versamungsaufwüchsen für Bestände mit einem hohen Anteil an guten rasenbildenden Gräsern abzuraten ist. Eine erste Nutzung im frühen Weidestadium (Schossen) vor dem Versamungsaufwuchs verbessert die Futterqualität der Jahresernte.
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Englisches Raigras: 61 Sorten geprüft
In den Jahren 2003 bis 2005 führten Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) und Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) an acht Standorten Sortenversuche mit 61 Sorten von Englischem Raigras durch. Die Eigenschaften Ertragsleistung, Jugendentwicklung, Ausdauer, Krankheitsresistenz, Überwinterung, Konkurrenzkraft und Anbaueignung für höhere Lagen wurden systematisch erhoben. Mit den Daten der erfassten Merkmale berechnete man einen Indexwert, der eine Gesamtbeurteilung der Sorten ermöglichte. Entsprechend der Ergebnisse der Prüfung wird bei den frühen bis mittelfrühen Sorten die Sorte LP 0097 neu in die «Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen» aufgenommen. Bei den mittelspäten bis späten Sorten sind dies Aber Dart, Barnauta und Pomposo. Mehrere geprüfte Sorten erbrachten zwar die für eine Empfehlung notwendige Leistung, können aber vorläufig nicht in der Liste aufgeführt werden, da sie in der Schweiz noch nicht gehandelt werden dürfen.
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Neue Schweizer Raigras-Sorten: Arvella, Salamandra, Alligator
Mit unseren Sorten Arvella (diploid), Salamandra und Alligator (beide tetraploid) erfährt das Sortiment der für den Futterbau verfügbaren Schweizer Sorten von Englischem Raigras (Lolium perenne L.) eine markante Erweiterung. Arvella ist ähnlich frühreif wie Arion und besitzt im Vergleich zu dieser Standardsorte eine deutlich verbesserte Resistenz gegenüber dem Kronenrost. Arvella kann deshalb Arion in den für diesen Sortentyp geschaffenen, längerdauernden Gras-Weissklee-Mischungen mit dem die Englisch Raigras Sorte kennzeichnenden Zusatz «AR» ersetzen. Salamandra hat ein hohes Ertragsvermögen, beste Resistenzeigenschaften und vor allem eine sehr gute Verdaulichkeit. Sie schiebt die Ähren wenig früher als die im Anbau gut eingeführte Sorte Lacerta und ist für einen qualitätsbetonten, intensiven Futterbau besonders zu empfehlen. Mit Alligator steht erstmals eine Schweizer Sorte von mittelspätem bis spätem Englischem Raigras zur Verfügung. Alligator zeichnet sich durch eine starke Schneeschimmel-Resistenz aus und eignet sich auch für den Anbau in höheren, mässig raigrasfähigen Lagen.
